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Ratgeber

Passwort-Manager richtig auswählen, worauf es wirklich ankommt

Ein Passwort-Manager ist der einfachste Schritt zu mehr Sicherheit. Diese sieben Punkte helfen dir, den passenden für dich, deine Familie oder deine Firma zu finden.

Veröffentlicht am 5. Oktober 2026, 7 Minuten Lesezeit

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Die meisten Konten werden nicht durch raffinierte Hacker geknackt, sondern weil dasselbe Passwort an mehreren Stellen verwendet wird. Wird ein Online-Shop gehackt, probieren Angreifer die erbeuteten Zugangsdaten automatisch bei E-Mail-Anbietern, Banken und sozialen Netzwerken aus. Ob eines deiner Passwörter betroffen ist, zeigt dir der Passwort-Check.

Ein Passwort-Manager löst das Problem: Er erzeugt für jedes Konto ein eigenes, zufälliges Passwort, speichert es verschlüsselt und füllt es beim Anmelden automatisch aus. Du merkst dir nur noch ein einziges Hauptpasswort.

1. Zero-Knowledge-Verschlüsselung

Das wichtigste Kriterium. Deine Daten sollten auf deinem Gerät verschlüsselt werden, bevor sie zum Anbieter gelangen. Der Anbieter selbst kann sie dann nicht lesen, auch nicht seine Mitarbeiter oder ein Angreifer, der in seine Server eindringt. Seriöse Anbieter erklären auf ihrer Website genau, wie ihre Verschlüsselung funktioniert.

2. Unabhängige Sicherheitsprüfungen

Gute Anbieter lassen ihre Software regelmäßig von externen Sicherheitsfirmen prüfen und veröffentlichen die Ergebnisse. Open-Source-Programme haben den zusätzlichen Vorteil, dass jeder den Quellcode einsehen kann.

3. Alle deine Geräte

Ein Passwort-Manager ist nur nützlich, wenn er überall funktioniert: am Computer als Browser-Erweiterung, am Handy als App mit automatischem Ausfüllen. Prüfe vor der Entscheidung, ob alle deine Geräte und Browser unterstützt werden.

4. Zwei-Faktor-Anmeldung

Der Zugang zum Passwort-Manager selbst sollte mit einem zweiten Faktor geschützt werden können, etwa einer Authenticator-App oder einem Hardware-Schlüssel. Praktisch ist außerdem, wenn der Manager selbst Zwei-Faktor-Codes für deine anderen Konten speichern kann.

5. Teilen mit Familie oder Team

Für Familien und kleine Firmen ist das gemeinsame Nutzen entscheidend. Statt das WLAN- oder Social-Media-Passwort per WhatsApp herumzuschicken, legst du es in einem geteilten Ordner ab. Verlässt jemand das Team, entziehst du den Zugriff mit einem Klick.

6. Notfallzugang

Was passiert, wenn du das Hauptpasswort vergisst? Bei echter Zero-Knowledge-Verschlüsselung kann der Anbieter es nicht zurücksetzen. Gute Manager bieten deshalb einen Wiederherstellungsschlüssel zum Ausdrucken oder einen Notfallkontakt, der nach einer Wartezeit Zugriff bekommt.

7. Datenschutz und Firmensitz

Für Firmen in der EU kann es eine Rolle spielen, wo der Anbieter sitzt und wo die Daten gespeichert werden. Bei Zero-Knowledge-Verschlüsselung ist das weniger kritisch, weil der Anbieter die Inhalte nicht lesen kann. Trotzdem lohnt sich ein Blick in die Datenschutzerklärung, etwa wenn es um die Nutzung durch Mitarbeiter geht.

Kostenlos oder bezahlt?

Für eine einzelne Person reichen kostenlose Varianten oft aus. Bezahlte Tarife lohnen sich für das Teilen in Familie oder Team, für Notfallzugang und für Zusatzfunktionen wie die Warnung bei Datenlecks. Die Kosten liegen meist im Bereich weniger Euro pro Monat.

Was ist mit dem Passwort-Speicher im Browser?

Chrome, Firefox, Safari und Edge können Passwörter speichern, und das ist deutlich besser, als überall dasselbe Passwort zu verwenden. Eigenständige Passwort-Manager haben aber Vorteile: Sie funktionieren in allen Browsern und auf allen Geräten, bieten Teilen und Notfallzugang und sind nicht an einen Browser-Hersteller gebunden.

So startest du

  1. Wähle einen Manager und installiere ihn auf Computer und Handy.
  2. Denk dir ein langes Hauptpasswort aus, zum Beispiel vier bis fünf zufällige Wörter. Schreib es auf und bewahre den Zettel sicher auf.
  3. Schalte die Zwei-Faktor-Anmeldung ein.
  4. Importiere die Passwörter, die dein Browser schon gespeichert hat.
  5. Ändere zuerst die Passwörter für E-Mail und Online-Banking, danach nach und nach alle anderen. Neue Passwörter erstellt der Manager selbst, alternativ unser Passwort-Generator.